Im Idealfall ist das Mietverhältnis nicht angespannt. Aber leider sieht die Realität oft anders aus, Streitigkeiten zwischen Mieter und Vermieter sind nicht ungewöhnlich. Manchmal geht es dabei lediglich um Kleinigkeiten, manchmal hingegen um viel Geld. Zumal man als Mieter enorm unter Druck geraten kann, weil z.B. der Mieter eine Kündigung wegen Eigenbedarf ausspricht.

Etliche Mieter geben bei solchen Streitigkeiten nach. Dabei sind sie dank des Mietrechts hervorragend geschützt und somit dem Vermieter nicht vollständig ausgeliefert. Bei ernsthaften Streitfällen ist es daher eine Überlegung wert, den Rechtsweg einzuschlagen. Natürlich ist diese Variante mit einem gewissen Risiko behaftet. Doch sofern ein Rechtsschutz für Mietrecht besteht, sind zumindest keine Kosten zu befürchten.

Schritt 1: Gemeinsame Lösung finden

Wir halten es nicht für sinnvoll, wegen jeder Kleinigkeit gleich vor Gericht zu ziehen. Gerade im Hinblick auf das Mietverhältnis ist es besser, eine Lösung anzustreben, mit der am Ende beide Parteien einverstanden sind. Wenn es aber nicht anders geht bzw. die andere Seite nicht einlenken möchte, bleibt oft keine andere Wahl, als den Rechtsweg einzuschlagen.

Schritt 2: Rechtlichen Rat einholen

Am wichtigsten ist es, sich erst einmal grundlegend zu informieren und herauszufinden, ob man sich im Recht befindet. Je nach Rechtschutzversicherung ist eine Anwaltshotline inbegriffen, über die sich der benötigte Rat ganz leicht einholen lässt. Falls nicht, bleibt im Grunde nur noch der Gang zum Anwalt.

Schritt 3: Ist eine Mediation möglich?

Je nach Mietrechtsschutz ist eine Mediation eingeschlossen. Der Begriff steht für ein Schlichtungsverfahren, an dem ein offizieller Schlichter beteiligt ist. Der Vorteil einer Mediation besteht darin, dass eine außergerichtliche Einigung angestrebt wird. Im Idealfall verständigen sich beide Seiten auf eine Lösung, wodurch ein Urteilsspruch nicht mehr erforderlich ist.

Schritt 4: Kostenübernahme mit Rechtsschutzversicherer klären

Sollte ein Mediationsverfahren nicht möglich sein oder es dabei zu keiner Einigung kommen, geht es vor Gericht. Zuvor sollte der Mieter jedoch sicherstellen, dass eine Kostenübernahme durch seinen Mietrechtsschutz gewiss ist. Andernfalls könnten die Kosten oder zumindest ein Teil davon später auf ihn zurückfallen.

Ob der Rechtsschutzversicherer die Kosten trägt, ermittelt im Regelfall der Rechtsanwalt. Nach dem das Erstgespräch erfolgt ist, setzt er sich mit dem Versicherer in Verbindung, um eine Deckungszusage einzuholen. Liegt diese vor, ist die Übernahme der Kosten gewiss. Wichtig hierbei: Als Mieter gilt es ehrliche Angaben zu machen. Sollten sich einige Angaben später als falsch herausstellen und diese dazu führen, dass das Gerichtsverfahren anderes als gewünscht verläuft, kann der Versicherer auf Leistungsfreiheit bestehen. In anderen Worten: Er müsste die Kosten dann nicht mehr übernehmen.

Schritt 5: Der Gang vor Gericht

Wie der weitere Verlauf ist, hängt vom jeweiligen Sachverhalt ab. Der Rechtsanwalt wird den Fall bei Gericht einreichen, wobei es zunächst zu einer Anhörung kommt. Im Rahmen dieser Anhörung verschafft sich der Richter zunächst einen Überblick, um daraufhin zu entscheiden, ob ein Gerichtsverfahren eröffnet werden kann. Sollte dies der Fall sein, wird das eigentliche Verfahren in die Wege geleitet. Hierbei können wiederum stattliche Kosten entstehen, deren Höhe von der Verfahrensdauer abhängt sowie auch davon, ob z.B. Gutachten erstellt werden müssen. Doch auch solche Kosten werden von einem guten Rechtsschutz übernommen.

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