Bei Rechtsproblemen hilft die Rechtsschutzversicherung weiter. Zumindest in der Theorie: Entscheidend ist, in welchen Rechtsbereich der Streit fällt und ob der Versicherer eine Deckungszusage erteilt. Je nach Bereich ist eine andere Versicherungspolice erforderlich.

Für diejenigen, die einen guten Rechtsschutz suchen, haben wir diesen Überblick geschaffen. Wir stellen Rechtsschutzversicherungen und ihre Bereiche vor. Zugleich informieren wir darüber, ob die Versicherungen einzeln oder nur als Baustein erhältlich sind. Ergänzend werden Voraussetzungen und Abläufe erläutert.

Privatrechtsschutz

Der Privatrechtsschutz bildet einen Basisschutz, der ein bereits Spektrum verschiedener Rechtsbereiche abdeckt. Im Fokus stehen Familienrechtsschutz, Sachenrecht und weitere Bereiche. Wer über diesen Schutz verfügt, ist schon einmal gut gerüstet. Unter anderem wird Unterstützung bei Scheidungsfolgesachen, Unterhaltsstreitigkeiten oder je nach Tarif sogar bei Identitätsklau geboten. Im Rechtsschutzfall ist es möglich, auf Kosten des Versicherers eine Rechtsberatung beim Rechtsanwalt in Anspruch zu nehmen.

Den Grundbaustein können Einzelpersonen ebenso wie Familien abschließen. Es gibt spezielle Familientarife, bei denen Partner oder sogar die Kinder automatisch mitversichert sind. Gerade bei Paaren lockt durch Wechsel von zwei Einzeltarifen in einen Familientarif ein schöner Beitragsvorteil.

Mieter Rechtsschutz

Die Mieterrechtsschutzversicherung unterstützt Mieter bei Belangen rund um das Wohnen. Der Wohnrechtsschutz ist z.B. von großer Hilfe, wenn ungerechtfertigte Mieterhöhungen drohen. Gegen solche Anpassungen der Mietzahlungen kann sich der Mieter zur Wehr setzen. Die Versicherungspolice erleichtert den Entschluss, bei einem Streit die eigenen Rechtsinteressen vor Gericht durchzusetzen.

Eine Rechtsschutzversicherung für Mieter ist nur als zusätzlicher Baustein erhältlich. Grundvoraussetzung ist der Privatrechtsschutz, der sich um den Mieter Rechtsschutz ergänzen lässt.

Vermieter Rechtsschutz

Auch Vermieter haben Rechte, die sie manchmal erst vor Gericht durchsetzen können. Ein typischer Streitfall ist die Eigenbedarfskündigung: Der Vermieter möchte eine vermietete Wohnung selbst nutzen, doch der Mieter will nicht ausziehen. Wer wegen seiner Vermieterrechte vor Gericht zieht, muss mit Gerichts- und Anwaltskosten rechnen. Die Rechtsschutzversicherung für Vermieter gewährleistet nach erteilter Deckungszusage finanzielle Sicherheit. Unter anderem werden die Kosten für eine Rechtsberatung übernommen.

Der Vermieter Rechtsschutz wird ebenfalls als Baustein angeboten, der eine Ergänzung zum Privatrechtsschutz darstellt.

Verkehrs Rechtsschutz

Bei den Verkehrssachen ist das Spektrum an Streitfällen besonders groß. Geschwindigkeitsübertretungen, Rotlichtverstöße und Unfälle sind häufige Streitthemen. Für die meisten Kraftfahrer geht es bei einem Streit um viel. Im schlimmsten Fall droht ein Verlust der Fahrerlaubnis oder die Versicherungsprämie in der Kfz-Versicherung könnte drastisch steigen.

Auch hier hat die anwaltliche Vertretung vor Gericht ihre Kosten. Das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz regelt, was ein Fachanwalt für Verkehrsrecht seinem Mandanten berechnen darf. Kraftfahrer mit einer Verkehrs Rechtsschutzversicherung sind abgesichert.

Anders als die meisten anderen Rechtsschutzversicherungen ist dieser Schutz als Einzelpolice erhältlich. Somit ist ein Abschluss auch ohne Privatrechtsschutz möglich. Übrigens muss nicht immer gleich eine Klage vor Gericht eingereicht werden. Oft hilft es schon, eine Rechtsberatung beim Fachanwalt in Anspruch zu nehmen.

Was die Rechtsschutzpolice im Streitfall leistet

Zahlreiche Versicherungsnehmer haben keinen eigenen Anwalt. Je nach Rechtsschutztarif benötigen sie den auch vorerst nicht, weil der Versicherer eine Anwaltsberatung per Hotline anbietet. So können Sie Erstinformationen einholen und daraufhin über die weitere Vorgehensweise entscheiden.

Andernfalls oder im nächsten Schritt wird ein Rechtsanwalt eingeschaltet. Einige Tarife sehen vor, dass der Versicherungsnehmer einen Vertragsanwalt bzw. Partneranwalt des Versicherers gestellt bekommt. Gerade bei preiswerten Tarifen ist dieses Konzept anzutreffen. Wer dies nicht möchte, wählt eine Versicherung mit freier Anwaltswahl. Die Anwaltsrechnungen werden – sofern der Versicherer eine Deckungszusage erteilt – dank Versicherungsschutz übernommen.

Seit einigen Jahren bieten mehr und mehr Versicherer die Möglichkeit an, Rechtsstreitigkeiten im Rahmen einer Mediation zu klären. Ziel ist eine Streitbeilegung beider Seiten. Ob das Mediationsverfahren zum Erfolg führt, ist im Vorfeld nicht gewiss. Sollte der Streit nicht zu schlichten sein, kann immer noch der Gang vor Gericht erfolgen.

Welche einzelnen Leistungen in der Versicherung enthalten sind, hängt ausschließlich von der Tarifwahl ab. Potenzielle Versicherungsnehmer sollten unbedingt prüfen, ob ihre favorisierten Tarife Leistungsausschlüsse vorsehen. Womöglich ist der Deckungsumfang beschränkt oder bestimmte Streitthemen sind vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Details sind den Tarifbeschreibungen zu entnehmen. Den besten Schutz versprechen Premiumtarife, die in unserem Vergleich natürlich ebenfalls berücksichtigt sind. Doch auch ohne Premiumschutz ist bereits eine gute Absicherung im Rechtsschutzfall möglich.

Rechtsschutzversicherung bei bestehendem Rechtsfall abschließen?

Ohne Rechtsschutz kann ein Rechtsstreit teuer enden. Vielen Menschen wird dies erst bewusst, wenn sie bereits Schwierigkeiten mit dem Arbeitgeber, Vermieter oder einem anderen Kraftfahrer haben. Doch ein Abschluss der Rechtsschutzversicherung im konkreten Bedarfsfall ist nicht möglich. Zumindest wird der Versicherer die Anwaltskosten nicht übernehmen. Wer dann einen Rechtsanwalt aufsucht und eine Anwaltsberatung in Anspruch nimmt, muss die Kosten selbst tragen.

Versicherungen werden vorsorglich abgeschlossen. Damit neue Versicherungsnehmer nicht tricksen, sind viele Tarife an eine Wartezeit gekoppelt. D.h. bei Rechtsstreitigkeiten, die in die Wartezeit fallen, wird ebenfalls keine Unterstützung geboten. Es ist jedoch möglich, Tarife mit relativ kurzer Wartezeit zu wählen, um dadurch das eigene Risiko zu senken.

Beitrag im Rechtsschutz optimieren

Der Versicherungsnehmer erwartet von seiner Rechtsschutzpolice einen Versicherungsschutz, auf den er sich im Streitfall verlassen kann. Aber beim Auswählen der Versicherung geht es um mehr. Nicht nur der Versicherungsschutz muss stimmen, ebenso sollte der Beitrag günstig sein.

Über die Beitragshöhe in der Rechtsschutzversicherung entscheiden mehrere Faktoren. Von größter Bedeutung sind die Leistungen. Je mehr Leistungen die Versicherung enthält, desto höher ist üblicherweise der Beitrag. Von welchem Versicherer die Rechtsschutzpolice stammt, beeinflusst die Beitragshöhe ebenfalls. Deshalb ist unser Vergleich der Rechtsschsutzversicherungen auch so hilfreich. Er stellt sicher, dass der spätere Versicherungsnehmer einen guten Versicherungsschutz genießt und gleichzeitig für seinen Tarif nicht mehr zahlt, als erforderlich.

Ergänzend haben wir die folgende Tipps zur Tarifwahl zusammengetragen. Sie helfen dabei, den Beitrag der Versicherung mittels Selbstbeteiligung sowie weiterer maßnahmen zu optimieren.

Tipp 1: Versicherungsschutz an Bedürfnisse anpassen

Die Versicherung muss nicht alle Leistungsarten für jeden erdenklichen Streitfall abdecken. Stattdessen sind die Risiken abzusichern, die für den angehenden Versicherungsnehmer wirklich von Bedeutung sind. Nicht jeder erdenkliche Streitfall ist relevant und muss daher Bestandteil der Rechtsschutzpolice sein. So mancher Leistungsausschluss im Tarif ist ggf. akzeptabel.

Tipp 2: Rechtsschutzversicherung mit Selbstbeteiligung wählen

So gut wie jede Rechtsschutzpolice ist mit einer Selbstbeteiligung wählbar. Für den Versicherungsnehmer bedeutet dies, im Rechtsschutzfall einen Teil der Anwaltskosten selbst tragen zu müssen. Dennoch: Kommt es zum Streit, wird die Mehrheit der Kosten zwar vom Versicherer übernommen. Die Selbstbeteiligung sollte in der Höhe gut abgestimmt sein, damit der Versicherungsnehmer finanziell nicht überlastet wird.

Tipp 3: Rechtsberatung wählen

Die Vereinbarung einer Selbstbeteiligung ist keineswegs die einzige Maßnahme, um die Beitragshöhe zu senken. Kommt es zum Streit, besteht häufig Bedarf an einer Rechtsberatung. In der klassischen Rechtsschutzversicherung ist es üblich, den Rechtsanwalt frei wählen zu können. Wer jedoch dazu bereit ist, bei der Rechtsberatung auf einen Rechtsanwalt des Versicherers zurückzugreifen, profitiert häufig beim Beitrag. Die Frage lautet letztlich, ob die Bereitschaft zu dieser Variante der Anwaltsberatung besteht.

Tipp 4: Versicherungsschutz clever kombinieren

Sofern sich der gewünschte Versicherungsschutz über mehrere Rechtsbereiche erstreckt, lassen sich ggf. mehrere Bausteine miteinander kombinieren. Mehrere Bausteine bei einem Versicherer können zu einen Rabatt auf den Beitrag zur Folge haben. Andererseits ist das Erweitern eines Tarifs nicht immer am günstigsten. Manchmal ist es günstiger, verschiedene Rechtsbereiche mit einzelnen Versicherungen abzudecken.