Die meisten Rechtsschutzversicherungen werden von Kraftfahrern abgeschlossen. Kein wunder, denn dort kommt es am häufigsten zu Streitigkeiten. Egal ob Geschwindigkeitsübertretung, Streitfrage beim Verkehrsunfall oder Autokaufvertrag: Viele Kraftfahrer möchten abgesichert sein, um im Ernstfall eine Beratung beim Anwalt in Anspruch nehmen oder gar vor Gericht ziehen zu können.

Allerdings kommt die Erkenntnis, dass eine Rechtsschutzversicherung nützlich sein könnte, häufig erst spät. Meist ist es bereits zur Streitigkeit gekommen, sodass der Abschluss einer Versicherung nicht mehr möglich ist. Die Versicherer schützen sie vor solchen Fällen. Die Vertragsklauseln sehen Leistungsausschlüsse vor, sollte sich ein Schaden bereits vor Abschluss ereignet haben. Üblicherweise sind die meisten Tarife sogar an eine Wartezeit gekoppelt.

Neue Rechtsschutzversicherung von Arag

Der Rechtsschutzversicherer Arag hat eine kleine Revolution gewagt. Der Versicherer bietet erstmalig eine Rechtsschutzversicherung, die bei bestehendem Schaden noch abgeschlossen werden kann. Damit richtet sich der Versicherer an diejenigen, die einen Rechtsschutz gut gebrauchen könnten, obwohl es streng genommen schon zu spät ist. Das neue Versicherungsprodukt nennt sich Verkehrs-Rechtsschutz Sofort.

Natürlich hat Arag einige Voraussetzungen definiert. Hierzu zählt, dass der Streitfall maximal drei Monate zurückliegen darf. Außerdem darf der Versicherungsnehmer noch keinen Anwalt eingeschaltet haben. Insgesamt liegt die Hürde relativ niedrig, was den nachträglichen Rechtsschutz attraktiv erscheinen lässt.

Allerdings ist anzumerken, dass der Rechtsschutzversicherer jeden Antrag mitsamt zugehörigem Fall genau prüft. Bestimmte Streitigkeiten sind prinzipiell ausgeschlossen, hierzu zählen besondere Vertragsstreitigkeiten. Wer z.B. mit einem Autoverkäufer über den Kaufvertrag streit, hat in diesem Fall Pech gehabt. Der Versicherer nimmt die Prüfung vor, um sein eigenes Risiko zu begrenzen.

Ein Blick auf die Kosten

Die jährlichen Kosten für den neuen Versicherungsschutz belaufen sich je nach Tarif auf 199 bis 249 Euro pro Jahr. Der Rechtsschutz ist an ein Fahrzeug gekoppelt. Zugleich gibt es eine Mindestlaufzeit, die drei Jahre beträgt. Damit ist klar, dass der Versicherungsnehmer in Summe einen stattlichen Betrag zu leisten hat.

Genau dieser Punkt wurde bereits von mehreren Experten kritisiert. Für den Versicherungsnehmer wird es teuer, mindestens 600 bis 750 Euro an Beiträgen werden in den drei Jahren fällig. Zumal dies noch nicht alles sein muss. Sofern er auf freie Anwaltswahl besteht, kommt eine Selbstbeteiligung in Höhe von 150 Euro hinzu. Entscheidet er sich hingegen für einen Arag Partneranwalt, wird die Selbstbeteiligung hingegen erlassen.

Fazit

Auf der einen Seite hat der Rechtsschutzversicherer Arag eine sehr reizvolle Rechtsschutzversicherung geschaffen, die für so manchen Kraftfahrer äußerst nützlich sein könnte. Vor allem wenn er von hohen Kosten (z.B. für Anwalt oder Gericht) ausgehen muss und er zugleich mit hoher Wahrscheinlichkeit recht bekommt, wirkt der Rechtsschutz attraktiv.

Andernfalls sollte er spitz kalkulieren. Gerade wenn noch gar kein Schadensfall vorliegt und einfach nur ein Verkehrs-Rechtsschutz gesucht wird, sind andere Rechtsschutztarife unter die Lupe zu nehmen. Unser Vergleich für den Verkehrs-Rechtsschutz leistet dabei praktische Unterstützung. Mit seiner Hilfe gelingt es, den Markt schnell und zielstrebig nach einer Rechtsschutzversicherung zu durchleuchten, die mit guten Leistungen und niedrigen Beiträgen punktet.

0 Kommentare

Dein Kommentar

An Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns Deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.