Der Privatrechtsschutz sichert Sie als Privatperson ab. Egal ob Familie oder Single, mit der privaten oder auch allgemeinen Rechtsschutzversicherung, sind Ihre privaten Lebensbereiche abgedeckt. Im Streitfall müssen Sie den Gang vor Gericht nicht scheuen. Finanzielle Unterstützung, um z.B. einen Rechtsanwalt zu bezahlen, ist gewiss.

Auf dieser Seite informieren wir umfassend über die private Rechtsschutzversicherung. Sie erfahren, welche Risiken sich versichern lassen und worauf bei der Tarifwahl zu achten ist. Falls Sie noch nicht versichert sind, hilft unser Rechner dabei, den passenden Rechtsschutztarif zu finden.




Lebensbereiche und Leistungen im Überblick

Am Versicherungsmarkt werden zahlreiche Rechtsschutzversicherungen angeboten, darunter auch viele Spezialversicherungen, wie z.B. für Gewerbetreibende oder Kraftfahrer. Der Privatrechtsschutz deckt im Vergleich die meisten Lebensbereiche. Sie können sich die Absicherung wie ein Paket vorstellen, das diverse Rechtsfragen des täglichen Lebens abdeckt. Im Allgemeinen – es kommt auf den jeweiligen Versicherungstarif an – sind die folgenden Bausteine eingeschlossen:

  • Arbeitsrechtsschutz
  • Beratungsrechtsschutz im Familien- und Erbrecht
  • Disziplinar- und Standesrechtsschutz
  • Ordnungswidrigkeitenrechtsschutz
  • Schadenersatzrechtsschutz
  • Sozialgerichtsrechtsschutz
  • Steuerrechtsschutz
  • Strafrechtsschutz
  • Vertragsrechtsschutz
  • Verwaltungsrechtsschutz

Tipps zum Tarifvergleich

Beim Versicherungsvergleich sollten Sie darauf achten, nicht Äpfel mit Birnen zu vergleichen:

  • Gibt es eine Selbstbeteiligung?
  • Sind in jeder Rechtsschutzpolice dieselben Leistungen enthalten?
  • Können Sie Rabatte als Single oder Beamter nutzen?
  • Ist die Versicherungssteuer bereits im Beitrag berücksichtigt?

Genaues Hinsehen lohnt sich! Der Versicherungsbeitrag sollte jedoch nicht das einzige Kriterium sein, anhand dessen Sie eine Rechtsschutzversicherung auswählen:

  • Wie renommiert ist der Rechtsschutzversicherer?
  • Welche möglichen Streitigkeiten müssen abgedeckt sein?
  • Wird eine telefonische Rechtsberatung geboten? (Beantwortung von Rechtsfragen)

Ein wichtiger Punkt kann auch die Familiendefinition sein. Wer einen Privatrechtsschutz für sich und seinen Lebenspartner abschließen möchte, jedoch nicht verheiratet ist, sollte sich genau informieren.

Tipp: Schließen Sie nur Jahresverträge ab. So haben Sie die Möglichkeit, jährlich Ihren bestehenden Vertrag zu kündigen, um ggf. zu einem günstigeren Anbieter zu wechseln.

Tipp: Vereinbaren Sie die jährliche Zahlungsweise, da bei halbjährlicher, vierteljährlicher oder monatlicher Beitragszahlung oft ein Ratenzahlungszuschlag berechnet wird.

Tipp: Bei einigen Versicherungsgesellschaften entfällt die 3-monatige Wartezeit, wenn für dasselbe Risiko schon ein Vertrag bei einer anderen Gesellschaft bestand und der Wechsel lückenlos erfolgt.

Übrigens, die Anzahl an Tarifen in unserem Vergelich ist groß. Namhafte Rechtsschutzversicherer, wie Advocard, Arag, AXA, Barmenia, DAS, Deurag, Degenia, HanseMerkur, VHV und WWK werden berücksichtigt.

Was ist im Schadensfall / Streitfall zu tun?

Der Versicherungsnehmer kann einen Anwalt seines Vertrauens mit der Wahrnehmung seiner Rechte beauftragen. Dieser wird zunächst eine Deckungszusage seitens des Versicherers einholen und in der Regel auch die weitere Korrespondenz mit dem Versicherer führen. Über die Deckungszusage sichert der Rechtsschutzversicherer zu, dass er die Kosten übernimmt.

Wichtig: Die Umstände, die zu dem Versicherungsfall geführt haben, sind ausführlich und wahrheitsgemäß zu schildern. Ansonsten droht, dass der Rechtsschutzfall später doch anerkannt wird.

Es muss aber nicht zwangsläufig ein Rechtsanwalt eingeschaltet werden. Gerade im Privatrechtsschutz finden sich inzwischen zahlreiche Versicherer mit eigener Anwaltshotline. Für den Versicherungsnehmer bedeutet dies, sich zunächst auf diesem Weg Rat einholen zu können. Anschließend kann er immer noch einen Anwalt vor Ort beauftragen und eine Schadenmeldung einreichen.

Außerdem ist zu beachten, dass je nach gewähltem Rechtsschutztarif zunächst eine Mediation vorgesehen sein kann. Einige Tarife schreiben dies vor, bei anderen Privatrechtsschutz-Versicherungen ist die Mediation wiederum nicht verpflichtend, aber ebenfalls abgedeckt. Wer kein Interesse daran hat, bei einem Rechtsstrit erst den Weg einer Mediation zu gehen, sollte dies bei der Tarifwahl unbedingt berücksichtigen. Dies kann sinnvoll sein, denn nicht jeder Versicherungsnehmer möchte gleich einen Prozess (z.B. gegen den Nachbarn) anstreben.

Privatrechtsschutz-Versicherung kündigen

Grundsätzlich verlängern sich Versicherungsverträge, die für die Dauer von mindestens einem Jahr abgeschlossen werden. Die Verlängerung beträgt ein weiteres Jahr, sofern der Versicherungsnehmer nicht rechtzeitig eine Kündigung ausspricht.

Ordentliche Kündigung

Die Kündigung ist wirksam, wenn der Vertrag mit einer Frist von 3 Monaten zum Ablauf gekündigt wird.

Außerordentliche Kündigung

Erhöht der Versicherer aufgrund einer Prämienangleichung die Beiträge, ohne dass sich der Versicherungsumfang ändert, kann der Versicherungsnehmer innerhalb eines Monats kündigen. Dies ist jedoch frühestens zum Zeitpunkt des Wirksamwerdens der Erhöhung möglich (gilt für Vertragsabschlüsse nach Juni 1994).

Sonderregelungen

Vertragsabschlüsse vor dem 01.01.1991: Die Prämie muss sich um mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. in den letzten drei aufeinanderfolgenden Jahren insgesamt um mehr als 30 Prozent erhöht haben.
Vertragsabschlüsse zwischen 01.01.1991 und 24.06.1994: Die Prämie muss sich um mehr als 5 Prozent gegenüber dem Vorjahr bzw. um mehr als 25 Prozent gegenüber der Erstprämie erhöht haben.
Vertragsabschlüsse ab dem 29.07.1994: Nach jeder Erhöhung kann gekündigt werden.

Im Schadensfall

Hat der Versicherer einen anerkannten Schaden reguliert oder abgelehnt, so kann der Vertrag seitens des Versicherungsnehmers und auch seitens des Versicherers gekündigt werden.

Die Kündigung durch den Versicherungsnehmer muss mit einer Frist von einem Monat nach Zahlung oder Ablehnung des Schadens durch den Versicherer erfolgen. Sie kann entweder mit sofortiger Wirkung oder zum Ablauf der laufenden Versicherungsperiode ausgesprochen werden.

Tipp: Eine Kündigung sollte stets durch eingeschriebenen Brief erfolgen. Nicht das Absendedatum, sondern der Eingang der Kündigung beim Versicherer, ist als fristgerecht anzusehen. Dies gilt auch im Falle einer Kündigung seitens des Versicherers.